Sünderin, Skandal und Stinkbomben

Shownotes

Kein Tag ohne irgendeinen Medien-Skandal, gefälschte Bilder, mit KI generierte Nacktfotos, überzogene Gewaltdarstellungen. Durch das Internet sind solche Grenzüberschreitungen fast schon normal geworden. Vor 75 Jahren war das noch anders: Damals reichten ein blanker Busen und das heikle Thema Sterbehilfe, um den Film "Die Sünderin" zum Skandal zu machen, den besonders die katholische Kirche beförderte, wie Martin Ostermann berichtet.

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00:00:00: Endlich konntest du auch um Freien malen.

00:00:02: Ich lag im Gras, vor fremden Blicken geschützt durch einen großen

00:00:06: Schirm.".

00:00:06: Doch diese Nacktszene war nicht der einzige Aufreger!

00:00:09: Hildegard Knef spielte als Sünderin eine junge Frau die sich als Prostituierte ihr Leben finanziert und die ihrem Tumor kranken Malerfreund tödliche Medikamente reicht Sterbehilfe und sich selbst mit den Tabletten das Leben nimmt.

00:00:29: Selbstmord als schwerste Sünde und Sterbehilfe.

00:00:32: Diese Filmhandlung konnte die katholische Kirche damals nicht verzeihen, es gab Protestdemos vor Kinos, Stinkbomben flogen, Bischöfe schrieben Hirtenbriefe gegen den Film.

00:00:42: Martin Ostermann ist Mitglied der Katholischen Filmkommission

00:00:56: Eine Gesellschaft im Wiederaufbau.

00:00:58: sich befand dafür Sorge tragen, dass diese Moralvorstellungen nicht einfach unterlaufen werden durch zum Beispiel bestimmte Verharmlosung und moralischer Verhaltenswahl.

00:01:09: Kirchliche

00:01:10: Moral-Vorstellungen und Werte wie Menschenwürde Respekt und Nächstenliebe bringt die Kirche bis heute in verschiedenen Gremien zum Kinder- und Jugendschutz ein Und diese Werte entdeckt sie auch in ganz weltlichen Filmen, die dann auch von kirchlichen Medienzentralen weiterverbreitet werden.

00:01:25: Allerdings ...

00:01:26: Ich war nicht mal davor, Filme zu taufen.

00:01:29: Das ist jetzt besonders christlich!

00:01:30: Das darf man den Film auch nicht überunterstellen und man kann ihn natürlich so interpretieren, dass man sagt vieles in dem Film legt nahe ihm im Sinne der christlichen Botschaft zu interpretieren und auszudeuten.

00:01:41: Kirche- und Kino bleibt also ein spannendes, nicht immer spannungsfreies Verhältnis aber zuletzt hat sich sogar Papst Leo als großer Filmfreund geoutet und das Kino gewürdigt als Zuhause für Sinnsuchende.